Tagesthema vom 11.08.2010
Die Perseiden - Sternschnuppenzeit im August
Der August gilt gemeinhin als der Monat, in dessen Nächten die
Chancen am größten sind, eine Sternschnuppe am Himmel zu sehen.
Denn in der Zeit vom 17.Juli bis zum 24.August, vor allem aber
im Zeitraum zwischen dem 10.08. und dem 14.08., tummeln sich
alljährlich besonders viele der vermeintlichen Glücksbringer am
nächtlichen Sternenhimmel.
Ursache ist der periodische Sternschnuppenstrom der Perseiden
(sprich Perse-iden), der zurückgeht auf den Kometen 109P/Swift-
Tuttle. Jedes Jahr im genannten Zeitraum durchquert die Erde
auf ihrer Bahn um die Sonne die staubigeisigen Überreste dieses
Kometen, die dieser auf dem Weg durch das Sonnensystem auf
seiner Bahn hinterlassen hat. Diese Überreste, kleine Staub und
Gesteinsteilchen, werden beim schnellen Eintritt in die
Erdatmosphäre (die Geschwindigkeit liegt bei etwa 60 Kilometer
pro Sekunde) durch die Reibung an den Luftpartikeln so stark
erhitzt, dass sie schließlich verglühen. Dieses Verglühen führt
zusammen mit anderen physikalischen Effekten dann zu einem kurzen
Aufleuchten der Luft entlang der Flugbahn der Teilchen, was als
Meteor bezeichnet wird. Benannt werden die Sternschnuppenströme
nach dem Sternbild, aus dem sie vermeintlich zu kommen
scheinen. Im Fall der Perseiden ist es das Sternbild Perseus.
Im Volksmund heißen die Perseiden übrigens auch
Laurentiustränen, benannt nach dem im Jahr 258 n.Chr.
verstorbenen Märtyrer Laurentius.
Die Perseiden gelten als allgemein schönster und reichster
Sternschnuppenstrom des Jahres, nicht zuletzt auch weil sie in
den oft klaren und angenehm temperierten Sommernächten des
August auftreten. Da hält man sich gerne auch mal im Freien auf
und schaut vielleicht eher in die Sterne als z.B. im kühlen und
feuchten November, wenn die Sternschnuppen der Leoniden über
den Himmel huschen. In Spitzenzeiten wurden in den 90er-Jahren
des zurückliegenden Jahrhunderts schon bis zu mehrere hundert
Perseiden pro Stunde gezählt, darunter auch sehr helle
Sternschnuppen, sogenannte Bolide oder Feuerkugeln.
Experten rechnen in diesem Jahr 2010 mit dem Höhepunkt der
Sternschnuppentätigkeit in der Nacht vom 12. auf den 13.August
und zwar in der Zeit zwischen Mitternacht und 04:30 Uhr MESZ.
Damit wäre das Maximum der Perseiden 2010 von Deutschland und
Mitteleuropa aus optimal zu sehen, weil dann auch das Sternbild
Perseus recht hoch über dem Nordost-Horizont zu finden ist.
Außerdem ist dann der Himmel auch in Norddeutschland wenigstens
für ein paar Stunden richtig dunkel und nicht so aufgehellt,
wie es für Sommernächte im Norden typisch ist. Auch das Licht
des Mondes stört in diesem Jahr die Beobachtung nicht, da am 10.
August Neumond war.
Experten erwarten rund 100 Sternschnuppen pro Stunde. Diese
Zahl ist jedoch auf einen völlig dunklen, vollständig
beobachtbaren Himmel bezogen, den ein einzelner Beobachter
sowieso nie im Blick behalten kann. Ein einzelner, aufmerksamer
Beobachter kann vielleicht alle 2 - 3 Minuten eine
Sternschnuppe erspähen, die manchmal auch kleinen Grüppchen
kurz hintereinander auftreten. Manchmal hält man aber auch
minutenlang vergeblich nach Ausschau nach einem Meteor. Zum
Sternschnuppen-Schauen braucht man ansonsten eigentlich keine
weiteren Hilfsmittel. Sie lassen sich deshalb z.B. in einem
Liegestuhl ganz entspannt und bequem betrachten, wobei man den
gesamten Ostsektor des Himmels bis hoch zum Zenit besonders im
Auge behalten sollte. Wer in ländlichen Regionen abseits
städtischer Lichter seinen Blick zum Himmel richtet ist dabei
klar im Vorteil, denn an einem dunklen Himmel lassen sich
naturgemäß mehr Sternschnuppen sehen, als an einem aufgehellten
Firmament. Und wer sich beim Sternschnuppenzählen übrigens über
den hellen Lichtpunkt im östlichen Teil des Nachthimmels
wundert, es handelt sich dabei um den Planeten Jupiter, der in
gut einem Monat in seiner erdnächsten Position im Jahr 2010
stehen wird.
So kann man also in der Nacht vom 12. auf den 13.8. die Chance
nutzen, möglichst viele Wünsche unter dem sommerlichen
Sternenhimmel los zu werden. Denn die sollte man - wie man ja
weiß - immer griffbereit haben, wenn eine Sternschnuppe
sichtbar ist.
Bleibt uns allen eigentlich nur als erster Wunsch der nach
einem wolkenfreien, klaren Himmel in den kommenden
Sternschnuppen-Nächten. Aber leider meint es das Wetter nicht
sehr gut mit uns in den nächsten Nächten. Man braucht schon
etwas Glück, um mal größere Wolkenlücken zu erwischen. Die
größten Chancen hat man in der Nacht zum Freitag im Nordwesten
und Westen. Von der Nordseeküste, über das westliche
Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bis zum Saarland kann es
dann doch mal für längere Zeit klaren Himmel geben. In den
anderen Regionen braucht man schon Geduld und Glück um mal eine
Wolkenlücke zu erwischen.
Uwe Bachmann / Dipl.-Met. Andreas Friedrich
Deutscher Wetterdienst
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